Das Platanenhaus in Jena

Das Platanenhaus in Jena

Wie Jena im Mittelalter einmal ausgesehen hat weiß im Prinzip niemand. Fast 100 % aller mittelalterlichen Gebäude von Jena sind in den Jahrhunderten den Kriegen oder Stadtveränderungen zum Opfer gefallen.

Auch das oft als Rudiment des Mittelalters bezeichnete Platanenhaus in Jena hat in der heutigen Erscheinung wohl nichts mit dem Original zu tun. Aber es wurde lange Zeit für das älteste erhaltene Fachwerkhaus der Stadt Jena gehalten und man findet diese Information auch noch in vielen Stadtführern.

Unterlauengasse 9 in Jena ist die offizielle Adresse des altehrwürdigen Fachwerkhauses. Es steht unter beeindruckenden Bäumen und fällt vielen Touristen gar nicht auf. Die Bäume sind Platanen und so ist es nicht verwunderlich, dass dieses Fachwerkhaus als Platanenhaus bezeichnet wird.
Neuere Untersuchungen und Nachforschungen haben ergeben, dass das Platanenhaus erst im ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhundert auf einem steinernen Erdgeschoss errichtet wurde. Dies waren Kellerräume eines Vorgangerbaus, über den man allerdings nicht sehr viel weiß.
Ebenso unsicher ist, wer das schmucke Fachwerkhause damals errichten ließ.

Somit zählt das Platanenhaus zu den eher jüngeren Fachwerkgebäuden von Jena und andere Häuser wie die Göre oder die Weintanne in der Nähe des Marktes sind noch älter.
Trotz alledem ist der dreistöckige Fachwerkbau ein schönes Gebäude der Geschichte und man hat auch einiges dafür getan, um diese Sehenswürdigkeit Jenas vor Zerfall und Abriss zu schützen.

Heute sind Platanenhaus und die Bäume zu wahren Schmuckstücken im Zentrum der Stadt geworden, auch wenn wahrscheinlich nur wenige Besucher von Jena das Gebäude sehr bewusst wahrnehmen.